Welche Versicherungstarife und welche Arten der Krankenversicherung gibt es?
Möchte man die Arten der Versicherungstarife im Bereich Krankenversicherung unterscheiden, muss man zunächst wieder nach gesetzlicher und privater Versicherung trennen.
Ist man gesetzlich versichert, kann man in den meisten Fällen nicht aus einer Vielzahl verschiedener Versicherungstarife auswählen. Es gibt zwar mittlerweile auch in der gesetzlichen Krankenkasse einige Wahltarife, die zum Beispiel gesunde Versicherte belohnen, doch sind diese kein Vergleich zu der Auswahl bei den Tarifen einer Privatversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung sichert die Kosten im Krankheitsfall ab, zumindest die notwendigsten, doch die private Vorsorge im Bereich Gesundheit wird immer wichtiger. Denn auch wer keine Kristallkugel besitzt um in die Zukunft zu sehen, weiß, dass die Kosten im Gesundheitswesen weiter explodieren werden und die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen immer weiter reduziert werden, beziehungsweise dass nur durch höhere Zuzahlungen die Versicherungstarife bestehen bleiben können.
Welche Versicherungstarife gibt es denn nun?
- Krankheitskostenvollversicherung
Verschiedene Versicherungstarife für eine Krankheitskostenvollversicherung findet man bei über 300 privaten Krankenversicherungen in Deutschland. Der Versicherungsschutz einer Krankheitskostenvollversicherung umfasst alle Kosten die durch eine ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlung entstehen. Die Versicherungstarife der privaten Versicherungsgesellschaften bieten im Krankheitsfall die beste medizinische Versorgung. Die Leistungsunterschiede zwischen der einzelnen Versicherungen variieren dabei stark. Ein Versicherugnsvergleich lohnt sich in diesem Bereich besonders.
Gut zu wissen: Auch die Versicherungsbeiträge der Privatversicherung werden zur Hälfte vom Arbeitgeber übernommen, allerdings auch nicht mehr als die Hälfte des durchschnittlichen Höchstsatzes der gesetzlichen Krankenkasse.
- Krankheitskostenzusatzversicherung
Wer nicht selbständig ist oder unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, kann keine private Versicherung in Form einer Krankheitskostenvollversicherung abschließen. Aber auch wer in einer gesetzlichen Kasse pflichtversichert ist, kann verschiedene Versicherungstarife der privaten Krankenversicherung abschließen um die Lücken bei den Krankheitskosten zu schließen und den gesetzlichen Versicherungsschutz aufzuwerten. Eine Krankheitskostenzusatzversicherung kann unabhängig vom Einkommen abgeschlossen werden und umfasst, je nach Art der Versicherungstarife, Leistungen für Zahnersatz, für das Ein- bzw. Zweibettzimmer oder für die Chefarztbehandlung bei stationärem Aufenthalt, für alternative Heilmethoden (Heilpraktiker), für Sehhilfen und Heilmittel.
Auch die Auslandsreisekrankenversicherung gehört zu den Tarifen der Krankheitskostenzusatzversicherung. Sie deckt die Kosten für ärztliche Behandlungen, Medikamente und Krankenhausbehandlungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen werden. Oftmals ist auch der Rücktransport aus dem Ausland mitversichert.
- Krankenhaustagegeldversicherung
Wer ins Krankenhaus muss, der sollte einige Nebenkosten einkalkulieren. Nicht nur die Zuzahlung von derzeit 10 Euro pro Tag (für max. 28 Tage pro Kalenderjahr), die man direkt an das Krankenhaus zahlen muss, sondern auch die Gebühren für Fernseher und Telefon gehören zu den Ausgaben während eines Krankenhausaufenthaltes. Hinzu kommen vielleicht noch die Kosten, die Zuhause anfallen. Eventuell wird eine Haushaltshilfe benötigt oder die Kinder müssen anderweitig versorgt werden. In diesem Fall kann der Versicherungsschutz der Krankenhaustagegeldversicherung greifen. Diese Versicherungstarife leisten für jeden Tag eines stationären Aufenthaltes in Höhe der vereinbarten Summe.
- Krankengeldversicherung
Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall sechs Wochen lang eine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Ab der siebten Woche zahlt die Krankenkasse ein Krankengeld von derzeit 70 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Um die entstehende Einkommenslücke zu schließen, bieten sich diese Versicherungstarife an.
- Pflegeversicherung
Nur wenige Deutsche vertrauen auf die gesetzliche Pflegeversicherung und rund 75 Prozent der Bundesbürger befürchten, im Pflegefall nicht ausreichend abgesichert zu sein. Die private Pflegeversicherung kann man auch als Art Altersvorsorge bezeichnen. Als Pflegefall gut versorgt werden, dass wünschen sich alle. Durch ergänzende private Versicherungstarife lässt sich auch der Pflegeplatz im Heim bezahlen.