Bei dem gerade durchgeführten Versicherungsvergleich ist noch einmal deutlich geworden, dass der Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenkasse zwar ausreichend ist, aber auch jede Menge Zuzahlungen zu leisten sind. Das Gesundheitssystem in Deutschland krankt, die Kosten explodieren und die Menschen werden immer älter, da führt kein Weg an Eigenbeteiligungen vorbei. Viele Menschen, die die Möglichkeit zu einer Privatversicherung haben, sind bereits aus den gesetzlichen Krankenkassen ausgetreten. In diesen Fällen muss man sagen, leider auf Kosten der anderen gesetzlich Versicherten. Denn wer sich von der Versicherungspflicht befreien lassen kann, der verdient in der Regel auch besser und zahlt einen dementsprechend höheren Beitrag in die Krankenversicherung ein. Dieser hohe Versicherungsbeitrag ist durchaus wichtig, denn das Solidaritätsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung kann nicht nur aus einkommenschwachen und beitragsfreien Mitgliedern bestehen.
Die Privatversicherung für bestmögliche Versorgung im Krankheitsfall
Es gibt sie doch noch, die besserverdienenden in den gesetzlichen Krankenkassen. Obwohl viele Versicherte freiwillig versichert sind, bleiben sie der gesetzlichen Versicherung treu, ergänzen den Versicherungsschutz aber mit einer Privatversicherung.
So schließen viele Menschen eine Privatversicherung für stationäre Behandlungen ab. Im Krankheitsfall bestmöglich versorgt werden, die freie Arzt- und Krankenhauswahl zu haben und die Annehmlichkeiten eines Ein- oder Zweibettzimmers zu genießen bedeutet für viele Menschen kein Luxus sondern beste Voraussetzungen wieder gesund zu werden. Neben der Zusatzversicherung für stationäre Behandlungen gibt es weitere sinnvolle Versicherungen, die vor hohen Kosten schützen. Eine Zahnersatzzusatzversicherung ermöglicht dem Versicherten neben einem höherwertigen Zahnersatz auch die Minimierung der selbst zu zahlenden Kosten.
Eine Privatversicherung zur Einkommensabsicherung
Beliebt und sinnvoll sind im Bereich der Privatversicherung auch das Krankenhaustagegeld und das Krankengeld. Durch das Krankenhaustagegeld wird eine vereinbarte Summe für jeden Tag eines stationären Aufenthaltes gezahlt. Ungeplante Ausgaben, wie zum Beispiel für Fahrtkosten, für eine Haushaltshilfe oder auch für Telefonkosten, die durch den Krankenhausaufenthalt entstehen, können so aufgefangen werden.
Das Krankentagegeld hingegen schließt die Einkommenslücke wenn eine Erkrankung länger als sechs Wochen dauert. Nach sechs Wochen endet bekanntlich die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber und die Krankenkasse zahlt ein Krankentagegeld in Höhe von 70 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Man muss kein großer Rechenkünstler sein um zu erkennen, dass die Lücke ziemlich groß ist. Eine Krankentagegeldversicherung ist eine Privatversicherung die ein existenzgefährdendes Risiko absichert.
Bei allen genannten Zusatzversicherungen muss man selbstverständlich persönliche Voraussetzungen beachten. Wer Single ist und keine Familie abzusichern hat, benötigt wahrscheinlich nicht so dringend eine Privatversicherung wie der junge Familienvater, der gerade das Haus für die Familie fertiggestellt hat und dessen Einkommen gerade mal alle laufenden Kosten deckt.
Eine Privatversicherung für den Pflegefall
Obwohl das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Pflegeversicherung gering ist und wohl jeder weiß, dass die Leistungen nicht ausreichen, haben bisher nur ungefähr 12 Prozent der Deutschen eine Privatversicherung für den Pflegefall abgeschlossen.
Ein Pflegefall zu werden ist ohnehin schon schlimm genug. Wenn dann noch das Eigenheim dran glauben muss, um den Platz im Pflegeheim zu finanzieren ist das Unglück groß. Im Alter auf Hilfe angewiesen zu sein, ist heutzutage kein Einzellfall mehr. Kümmerten sich vor einigen Jahren noch Angehörige um den Pflegebedürftigen, so ist das heute oft gar nicht mehr möglich. Rund 2,2 Millionen Menschen beziehen heute bereits Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung und es werden aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung immer mehr. Man kann die Pflegeversicherung auf keinen Fall als Rundum- Versicherung betrachten. Wer im Alter auf einen Heimplatz angewiesen ist, für den reicht der Höchstsatz aus der Pflegeversicherung auf keinen Fall aus. Wer nicht möchte, dass Angehörige hinzugezogen werden oder womöglich Haus und Hof dran glauben müssen, der sollte über eine Privatversicherung für diesen Fall nachdenken.